Theo Rasehorn : Traueranzeige

„Ein normales privates Leben sollte es werden. Die Umstände und mein kritischer
Impetus ließen das nicht zu, forderten ein gesellschaftliches Engagement.
Viel habe ich nicht erreicht. Aber ich fand mein Leben.“

Theo Rasehorn

* 26.10.1918
† 16.1.2016
Richter
Inhaber der Marie-Juchacz-Plakette der Arbeiterwohlfahrt
Preisträger 2000 der Arnold-Freymuth-Gesellschaft
Wir verabschieden uns
Eckard Rasehorn mit Uli Bahr, Anna Rasehorn und Karl Rasehorn
Ulrich Rasehorn mit Lana Fong und Max Rasehorn
Bernd Rasehorn mit Christiane Falge, Lukas Engel, Simon Engel,
Bellay Rasehorn und Mika Rasehorn
Doris Dreiner
Die Beisetzung hat im Familienkreis stattgefunden.
Wir möchten alle einladen, die sich Theo Rasehorn verbunden fühlen und ihm
und seinem bewegten Leben gedenken möchten, am 13. Februar 2016 um 13.00 Uhr
in das Rheinhotel Dreesen in Bonn-Bad Godesberg
(Anmeldung erbeten an eckard.rasehorn@gmx.de).
Statt Blumen wünschte sich Theo Rasehorn zu seinem Gedenken eine Spende
an die Arnold-Freymuth-Gesellschaft, Stichwort „Gedenken Theo Rasehorn“
IBAN: DE12 4105 0095 000839 56).

Theo Rasehorn
Jeggo. David : Obituary...
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Kondolenzbuch

11 Feb 2016
wird im Braunschweig​-​Spiegel online mit einem Nachruf von Dr. Helmut Kramer veröffentlic​ht.
8 Feb 2016

In Theo Rasehorn habe ich einen im Geiste gleichgesinnten Freund gesehen, noch bevor ich seinen wirklichen Namen kannte. Das war Mitte 1966. Da wurde erst in einem Vorabdruck im SPIEGEL (Nr. 27/1966), dann in DIE ZEIT ein Xaver Berra erwähnt, mit einem kritischen Buch „Im Paragraphenturm“ über die damalige Justiz (Richard Schmid in DIE ZEIT vom 23.09.1966). Auch ich hatte ja in meiner Referendarzeit und in den ersten Richterjahren ähnliche Erfahrungen mit einer rückwärtsgewandten und kritikresistenten Justiz gemacht und damit, wie schwer der bloße Versuch war, in einer Zivil- und dann einer Strafkammer, über ein soziales bürgerliches Recht und über eine einigermaßen humane Strafmaßpraxis zu diskutieren. Als ich im Jahr 1965 die Rehabilitierung eines vom Sondergericht als „Volkschädling“ zum Tode verurteilten jungen Mädchens empfahl, führte das zu einem Eklat. Empört waren nicht nur die noch immer im Amt befindlichen Richter des Sondergerichts Braunschweig, sondern auch viele mit mir gleichaltrige Kollegen. Ähnlich ging es zu, als ich 1967 im Schwurgericht die Verurteilung eines ehemaligen KZ-Kommandanten vorschlug. Wie noch vor der Beratung von mir vorausgesehen, wurde ich mit 8:1 Stimmen überstimmt. Mit dieser Ablehnung bei den Kollegen waren die Fronten aber geklärt. Umso wichtiger war es, mit Theo Rasehorn jemand auf der Seite reflektierten Denkens zu wissen. Aufklärerisch hatte Theo auch den Weg durch das Dickicht von Justizstrukturen und Juristenmentalität mitgewiesen und mir den Blick dafür geöffnet, wie oft die Justiz nach dem Prinzip eines zweierlei Maß urteilt und wie wenig das Bild des aufrechten „unabhängigen“ Richters mit der Wirklichkeit zu tun hat. Auch für die, die Theo nie persönlich kennen lernen konnten, war er eine Institution. Schon mit dem Paukenschlag des „Paragraphenturm“ hat er das Signal zu einer überfälligen Justizreform gegeben, genauer gesagt: es war ein Appell an die Juristen zum selbstkritischen

Helmut Kramer