Ratgeber : Nach dem Tod

Ein Trauerfall ist mit vielen Verpflichtungen verbunden. Als Angehöriger müssen Sie innerhalb weniger Tage die Trauerfeier und die Beerdigung vorbereiten. Freunde, Verwandte, Bekannte und Geschäftskollegen müssen über den Trauerfall informiert werden. Auf der anderen Seite möchte man der trauernden Familie sein Mitgefühl ausdrücken.

Wen muss ich anrufen?

Verständigen Sie sofort den Haus- oder Notarzt. Nur ein Arzt darf den Tod feststellen und die erforderlichen Sterbepapiere ausstellen. In einem Krankenhaus oder Pflegeheim übernimmt das Personal diesen Anruf. Beachten Sie: Ein Notarzt bescheinigt nur, dass der Mensch verstorben ist. Ziehen Sie danach einen Hausarzt oder niedergelassenen Arzt hinzu. Dieser stellt die kompletten Papiere aus.

Was kostet eine Bestattung?

Der Bestatter stellt Ihnen den Sarg, die Leichenwäsche, die Totenkleidung und die Überführung des Verstorbenen in Rechnung.

Der Träger des Friedhofs lässt sich von Ihnen den Graberwerb, die Nutzung der Kapelle und die Bestattung bezahlen.

Soll der Verstorbene eingeäschert werden, muss auch der Träger eines Krematoriums bezahlt werden.

Die Angehörigen haben Kosten für das Trauermahl, die Trauerkleidung, die Traueranzeigen und –karten.

Der unterschiedliche Umfang der Leistungen bei einer Bestattung, führt zu großen Preisunterschieden. Ein gutes Bestattungsunternehmen findet im Gespräch mit Ihnen eine Lösung. die ihre Wünsche mit den finanziellen Möglichkeiten in Einklang zu bringt.

Wie finde ich den richtigen Bestatter?

Erkundigen Sie sich im Familien- oder Bekanntenkreis. Suchen sie mehrere Bestattungsinstitute auf und lassen sich Angebote machen. Lassen Sie sich jede Position auf der Kostenaufstellung genau erklären.

Berücksichtigen Sie, dass zu diesen Kosten noch Nebenkosten für Kränze, Musik, Anzeigen oder Totenbriefe kommen. Auch die Kommune oder Kirchengemeinde wird eine Rechnung für Grab, Friedhof und Trauerhalle schreiben.

Die Beerdigung planen

Viele organisatorische Dinge werden ihnen vom Bestattungsunternehmen abgenommen. Eine Übersicht über die wichtigsten Punkte hilft aber immer:

  • Überführung des Verstorbenen veranlassen.
  • Sterbeurkunde beim zuständigen Standesamt des Verstorbenen ausstellen lassen.
  • Haben Sie das Grabnutzungsrecht für eine bestimmte Zahl von Jahren erworben, sprich ist ein Grab im „Familienbesitz“, dann gibt es eine Urkunde, auf der neben dem Kaufdatum auch die Lage angegeben ist. Bei einer Verlängerung werden Gebühren fällig.
  • Ein Grab-Neukauf sollte erst nach einer Besichtigung des Friedhofes getätigt werden. Wer sich als Angehöriger schon einen Grabstein ausgewählt hat, sollte in Erfahrung bringen, ob dieses Grabzeichen an dem gewählten Feld aufgestellt werden kann.
  • Legen Sie einen Termin bei der Kirche oder der Stadt für die Trauerfeier fest.
  • Bestellen Sie einen Orgelspieler oder sonstige musikalische Untermalung ebenso wie Dekoration und Kerzenbeleuchtung für die Trauerfeier.
  • Sarggebinde, Kränze und Handsträuße bestellen.
  • Adressen für Anschriften von Trauerbriefen zusammenstellen.
  • Trauerbriefe und Danksagungen abschicken.

Kondolieren

Für sie als Hinterbliebene/-r ist es sinnvoll mit dem Bestatter oder Trauerredner zu besprechen, wie sie die Trauerbekundungen entgegennehmen wollen. Bei einer großen Anzahl von Gästen kann sie die persönliche Entgegennahme schnell überfordern. Besprechen sie alternative Möglichkeiten und halten sie sich auch eine kurzfristige Entscheidung offen, je nach der Verfassung in der sie sich befinden.

Für diejenigen, die ihre Anteilnahme mit einer Kondolenz zum Ausdruck bringen gilt, dass die Wünsche der Trauerfamilie zu respektieren sind. Zum Beispiel, wenn statt Blumenschmuck um eine Spende für eine gemeinnützige Einrichtung gebeten wird.

Sternenkinder

Noch vor wenigen Jahren war es vielen Eltern nicht ohne weiteres möglich ihre tot geborenen Kinder zu bestatten. Erst eine Gesetzesänderung im Jahr 1998 brachte entscheidende Veränderungen. Mit den gesetzlichen Veränderungen ist es nun möglich jedem Kind einen Namen zu geben und diesen auch standesamtlich erfassen zu lassen. Auch in Hinblick auf die Bestattungsmöglichkeiten hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan. Hilfreich ist hier ein Blick in die örtliche Friedhofsordnung.

http://www.sternenkinder-eltern.de/

Verschiedene Formen der Bestattung

In Deutschland besteht eine Bestattungspflicht. Die folgenden Formen einer Bestattung sind zulässig:

Erdbestattung:

Das ist nichts anderes als die Beisetzung eines Sarges im Erdreich. Erdbestattungen sind nur auf Friedhöfen möglich.

Grabvarianten bei der Erdbestattung:

Ein Einzelgrab wird von der Friedhofsverwaltung der Reihe nach vergeben. Deshalb wird es auch „Reihengrab“ genannt.

Bei einem Familiengrab oder „Wahlgrab“ können Sie die Lage des Grabes selber bestimmen, sofern es die Platzverhältnisse auf dem Friedhof zulassen. Oft können Sie auch die Größe des Grabes bestimmen, falls mehrere Personen nebeneinander bestattet werden sollen. Familiengräber sind deshalb meist teurer als Reihengräber.

Manche Friedhofsträger bieten auch Gräber auf einem Rasenfeld mit einem ebenerdigen Grabstein an. Dort kann man Gräber nebeneinander erwerben. Dies ist eine kostengünstige Variante, denn hier entfällt die Grabpflege.

Feuerbestattung:

Hierbei wird der Verstorbene in einem Krematorium verbrannt. Auch dafür wird ein Sarg benötigt. Niemand darf in Deutschland gegen seinen Willen verbrannt werden.

Grabvarianten bei der Feuerbestattung:

Bei Urnengemeinschaftsgräbern wird die Asche in einer Urne auf einem Rasenfeld beerdigt.

Beim Urnenreihengrab weist die Friedhofsverwaltung eine Grabstelle zu, die rund 20 Jahre genutzt werden kann.

Beim Urnenwahlgrab dürfen mehrere Urnen in diesem Grab bestattet werden. Das Nutzungsrecht ist verlängerbar.

Beim Urnenwandgrab („Kolumbarium“) können bis zu vier Urnen in einer Nische in einer Wand beigesetzt werden. Diese werden mit einer Gedenktafel abgedeckt. Das Nutzungsrecht beträgt mindestens 20 Jahre und ist verlängerbar.

Bei einer Urnenbeisetzung im Friedwald kann die Urne an einem Gemeinschafts- oder Familienbaum beigesetzt werden. Oft sind dezente Beschriftungen an den Bäumen möglich.

Seebestattung:

Dafür bedarf es einer Ausnahmegenehmigung. Der Verstorbene wird eingeäschert und in einer speziellen Urne beigesetzt. Diese speziellen Urnen bestehen aus Materialien, die sich nach der Beisetzung im Wasser auflösen. Die Reederei, die die Bestattung durchführt, bringt die Urne entweder in Begleitung von Angehörigen oder ohne Trauergäste, auf hohe See. Dann wird die Urne in einer Zone, in der nicht gefischt oder gesurft werden darf, beigesetzt. Erhältlich ist oft auch eine Urkunde mit den Koordinaten des Beisetzungsstandortes.

Bestattung nach der Glaubensrichtung

Weltliche Bestattung:

Gehört der Verstorbene keiner Religionsgemeinschaft an, findet eine weltliche Trauerfeier statt, die von einem freien Trauerredner oder einem Redner einer Weltanschauungsgemeinschaft geleitet wird. Im Zentrum steht dabei das Gedenken an das Leben des Verstorbenen.

Christliche Bestattung:

Menschen, die einer christlichen Religionsgemeinschaft angehören, werden auf Friedhöfen in einer Begräbnisfeier oder einer Andacht beigesetzt. In manchen Regionen Deutschlands ist es üblich, dass in der Kirche oder im Haus des Verstorbenen Totenwachen abgehalten werden. In einem Leichenzug wird der Tote dann zum Grab getragen. Es gibt heutzutage nur noch geringe Unterschiede zwischen Beisetzungen der katholischen und der evangelischen Kirche. Anders als langläufig angenommen, ist für Christen auch eine Feuerbestattung erlaubt.

Islamische Bestattung:

Anders als bei den anderen Religionen soll die Beisetzung bereits am Sterbetag stattfinden. Besonderer Grabschmuck oder eine spätere Pflege der Grabstelle ist nicht gewünscht. Der Friedhof muss einen separaten Raum für die Totenwaschung haben, die streng getrennt nach Geschlechtern ausgeführt wird, also eine verstorbene Frau wird von Frauen, ein verstorbener Mann von Männern gewaschen. Symbole anderer Religionsgemeinschaften – wie etwa das christliche Kreuz – sind während der Trauerfeier strikt verboten.

Nach der rituellen Waschung wird der Leichnam in Leinentücher gewickelt. So wird er dann mit „Blickrichtung Mekka“ rechtsseitig oder auf dem Rücken liegend begraben – ohne Sarg. Um den Anforderungen deutscher Gesetze für eine Bestattung zu genügen, wird der Leichnam in einem Sarg bis zum Grab transportiert, der Körper dann jedoch nur in den Leinentüchern begraben.

Jüdische Bestattung:

Der Verstorbene wird in weiß gekleidet in einem einfachen Holzsarg bestattet. Nach jüdischer Lehre verlässt die Seele den Körper des Verstorbenen erst nach der Beerdigung. Deshalb sollte die Beisetzung möglichst frühzeitig nach dem Tod erfolgen. Bei der Trauerfeier sind weder Musik noch Blumenschmuck erlaubt. Die jüdische Glaubensgemeinschaft hat für die Begräbnisse eigene Friedhöfe.

Hinduistische Bestattung:

Nach hinduistischer Lehre wird der Tod lediglich als ein Übergang auf dem Weg zur Wiedergeburt gesehen. Nach Waschung und Totengebet ist eine Verbrennung vorgeschrieben. Oftmals werden verstorbene Hindus von ihren Angehörigen zur Bestattung nach Indien gebracht, da dort die Urform – eine öffentliche Verbrennung – möglich ist. Eine derartige Bestattung ist in Deutschland rechtlich untersagt.

Buddhistische Bestattung:

Mit gemeinsam gesungenen Liedern nehmen die Angehörigen vom verstorbenen Menschen Abschied, der dazu im Haus aufgebahrt wird. Für diese Art der Trauerfeier muss in Deutschland eine Genehmigung eingeholt werden. Der Tote wird dann verbrannt und seine Asche beerdigt.