Dienstag, 15 Oktober 2019

Ratgeber : Kulturgut Grabstein

Grabsteine sind Kulturgut schlechthin. Sie spiegeln in besonders konzentrierter Form das Selbstverständnis der jeweiligen Zeit zu den Themen Leben, Tod und Memoria. Während der antike Römer gern etwas opulenter gestaltete und in den Grabstelen und steinernen Sarkophagen ganze Lebens- und Heldengeschichten meißelte, begegnete dem Besucher auf dem Dortheenstädtischen Friedhof in Berlin ein Beispiel von besonderem Minnimalismus. Die Inschrift des Grabsteins für den Philosophen Herbert Marcuse fordert uns auf: weitermachen!

Darüber hinaus ist dieser Friedhof seit 1762 ein Ort der Memoria vieler Persönlichkeiten, die ihre Zeit prägten: z.B. die Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Johann Gottlieb Fichte, die Schriftsteller Heinrich Mann, Bertolt Brecht, Johannes R. Becher, Arnold Zweig und Anna Seghers, der Regisseur Heiner Müller, die Baumeister Friedrich August Stüler und Karl Friedrich Schinkel, der Künstler John Heartfield, die Schauspielerin Helene Weigel und der Buchdrucker Ernst Theodor Litfaß und auch Alt-Bundespräsident Johannes Rau hat seit 2006 ein Ehrengrab auf dem Friedhof.